Deutsche Schäferhunde

Zwinger von Faragon

FCI Klassifizierung

Deutscher Schäferhund, German Shepherd Dog

F.C.I.-Standard-Nr. 166/23.03.1991/D Fassung 1997

Ursprung: Deutschland 

F.C.I.-Klassifikation: Gruppe 1 - Hütehunde und Treibhunde 

Sektion 1 - Schäferhunde mit Arbeitsprüfung

Verwendung: vielseitiger Gebrauchs-, Hüte- und Dienstgebrauchshund

Ghandi von Arlett

Ghandi von Arlett (SchH 3) VA - Großvater von "Amor vom Wiener Weg"


Abschlusspruefung

Die die hervorstechendsten Eigenschaften eines reingezüchteten Deutschen Schäferhundes sind;

  • Nervenfestigkeit
  • Aufmerksamkeit
  • Unbefangenheit
  • Führigkeit
  • Wachsamkeit
  • Treue und Unbestechlichkeit
  • sowie Mut
  • Kampftrieb
  • Härte

Sie machen ihn in vorzüglicher Weise zum Gebrauchshund im allgemeinen, insbesondere zum Wach-, Begleit-, Schutz-, Dienst- und Hütehund geeignet.


Voraussetzung für raumgreifende Schritte ist die richtige Winkelung  der Gliedmaßen. Nur durch eine korrekte Winkelung der Hinterhand treffen die Hinterläufe auf die Trittsiegel der Vorderläufe und sogar noch darüber. Der Vorhand kommt die Aufgabe zu, die Bewegung nach vorne zu vollenden sowie den Körper aufzufangen. Entscheidend für eine größtmögliche Schrittweite ist die richtige  Winkelung der Vorhand mit richtiger Länge und Lage von Oberarm und Schulterblatt.

Das Fell ist stockhaarig mit dichter, fester Unterwolle. Hunde mit Langhaar ohne Unterwolle werden mit einer Nachzuchteintragungssperre belegt, weil ein solches Fell nicht ausreichend vor Verletzungen und Witterungseinflüssen schützt. Die Farbe soll kräftig und satt sein. Der Kopf des Schäferhunde soll der Körpergröße entsprechen. Der Fang ist kräftig, die Lippen straff und gut anschließend.

 

Die Vorfahren des Deutschen Schäferhundes gehen auf kurz- und stockhaarige Schläge von Hütehunden aus Deutschland zurück, wie sie Ende des 19. Jahrhunderts auch in vielen Gegenden Europas vorkamen und sich auch dort zu eigenen Rassen entwickelt haben. Sie alle waren keine reinen Hütehunde, hatten zwar die Aufgabe, die Herden zu treiben, sollten aber auch das Hab und Gut der Hirten bewachen und beschützen. Max von Stephanitz

Der Deutsche Schäferhund geht vor allem auf die süddeutschen Schläge aus Thüringen und Württemberg zurück. Weitere Schläge aus dem deutschen Gebiet sind als Altdeutsche Hütehunde erhalten.

Als Begründer dieser Rasse gilt Max von Stephanitz, der von diesem Hundetyp schlichtweg begeistert war. So kaufte er am 15. Januar 1898 von einem Züchter aus Frankfurt den dreijährigen „Hektor von Linksrhein“, den er in „Horand von Grafrath“ umbenannte, der erste im Zuchtbuch des Vereins für Deutsche Schäferhunde (SV) eingetragene Deutsche Schäferhund. Dieser und sein Bruder „Luchs von Sparwasser“ sind die Stammväter der Rasse, von denen die meisten Deutschen Schäferhunde abstammen. Als Stammmutter gilt die Hündin „Mari von Grafrath“.

Im Jahre 1891 entstand ein erster Rassestandard für den Deutschen Schäferhund. Stephanitz gliederte die Rasse in drei Klassen: in rauhaarige, glatthaarige und langhaarige Hunde. Vorausgesetzt wurden spitze Stehohren, eine gestreckte Schnauze und eine abwärts getragene, buschige Rute. Als durchschnittliche Größe wurden 50–55 Zentimeter angegeben, das Fell durfte schwarz, weiß, grau oder rotgelb sein – sowohl einfarbig als auch mit zahlreichen Abzeichen.

Horand von Grafrath1894 erregte die Rasse erstmals öffentliches Aufsehen, als fünf Exemplare auf einer Ausstellung in Dortmund auftraten. 

Am 22. April 1899 wurde in Karlsruhe der Verein für Deutsche Schäferhunde (SV) gegründet, dessen erster Präsident Max von Stephanitz war. Von Stephanitz und sein Freund Arthur Meyer suchten und schufen mit dem Deutschen Schäferhund einen Arbeitshund. 

Der erste Rassestandard wurde in der ersten Mitgliederversammlung des SV am 20. September 1899 in Frankfurt (Main) nach ihren Vorschlägen aufgestellt. 

Stephanitz verfasste außerdem das in seiner letzten Ausgabe über tausend Seiten umfassende kynologische Werk Der deutsche Schäferhund in Wort und Bild.


 
Blutlinien ist ein oft gebrauchter Begriff in der gesamten Hundewelt. Was können wir darunter verstehen?

Das Wort Blutlinien ist in der Vergangenheit oft falsch interpretiert worden, weil sehr stark die Meinung vertreten wurde, dass der Träger des Erbgutes das Blut sei. Der Rückschluss, dass sich das Blut des Rüden mit dem Blut der Hündin bei den Nachkommen zu einer neuen Flüssigkeit mischen lasse, führte selbstverständlich zu völlig falschen Vorstellungen über die Übertragung des Erbgutes.

Weil das Wort Blutlinien aber fast nicht mehr wegzudenken ist, sollten wir es an dieser Stelle als eine Rückschau auf die Schäferhundezucht von den Anfängen bis zum heutigen Tage verstehen.

Das heißt, die Vererbung des im Zuchtbuch als Nr.1 eingetragenen Rüden Horand von Grafrath, in Fortsetzung über seine Söhne in direkter Linie. Die sich daraus bis heute etablierten Verzweigungen, bezeichnen wir nachfolgend als Blutlinien.

Anlässlich der Hauptzuchtschau 1974 hat der damalige Präsident des SV, Dr. Christoph Rummel,
den Begriff von fünf dominanten Blutlinien geprägt.

Die fünf dominanten Blutlinien der Schäferhundezucht

 

Hektor von SchwabenBlutlinie I

Hektor von Schwaben: Sieger 1900/01, sehr gefestigte Gebäude und Wesensanlagen über „Claudius von Hain“ (1944) und seinen Nachkommen „Edo Gehrender Berg“ VA 57, „Valet Busecker Schloß“
und „Iwo vom Südfeld“ VA 1971 u.72

 

Hettel v. UckermarkBlutlinie II

Hettel v. Uckermark: Sieger 1909 aus Roland v. Starkenburg Sieger 1906/07 einmal mit Billo Riedekenburg (Größe, steile Vorhand) über
„Flora Berkemeier“ , „Nestor vom Wiegerfelsen“ (Zahnfehler)
, „Immo Hasenfang“, „Axel von der Deininghauser Heide“ VA 1948, „Alf Nordfelsen“ Sieger 1955, „Jonny v. d. Riedperle“ VA 1958/59, Veus v.d. Starrenburg: Sieger 1961, „Nico v. Haus Beck“, „Rebell v. Haus Schütting“ VA 1969 zu
„Arno v. Erlenbrunnen“ VA 1974. Über „Alf Nordfelsen“ Sieger 1955 über „Axel v. d. Pelztierfarm“, „Mutz v.d. Pelztierfarm“ VA 1970, „Jalk v.d. Rheinhalle“ VA 1974, „Anderl v.kleinen Pfahl“ VA 1974, „Wackerm v.d. Eiringsburg“

 

Klodo v. BoxbergBlutlinie III

Klodo v. Boxberg: Sieger 1925 aus Erich v. Grafenwerth Sieger 1920. Diese Linie teilt sich auf in „Donar v. Zuchtgut“, und „Curt v. Herzog Hedan“. Mit „Curt v. Herzog Hedan“ wurde der Standart mit mittlerer Größe und gutem Rüdengepräge gefestigt und keine Übergröße mehr zugelassen.
Diese Linie führt über „Odin Stolzenfels“ Sieger 1933, Ferdl v. d. Secretainerie“ VA 1938, „Quell Durmesheim“ VA 1941, „Baldur vom Befreiungsplatz“ VA 1941, „Arras Adam Riesezwinger, Klodo a.d. Eremitenklause, Zigan v.d. Firnskuppe“ VA 1969 zu „Hero Lauerhof“ VA 1971/72/73. In dieser Linie auf lange Köpfe und Ohren achten (Klodo und Arras), Langhaar bei Curt!

Utz v. Haus SchüttingBlutlinie IV

Utz v. Haus Schütting: Sieger 1929. Diese Linie teilt sich über „Dux v. Haus Schütting zu „Cyrus Baltikum“ und „Marko Cellerland“, Sieger 70, VA 71 bis 73 zu „Kai Silberbrand“ VA 73/74.
Die andere Linie aus „Utz“ geht über „Hussan v. Haus Schütting“ Sieger 1932, über „Billo Oberviehland“ zu „Hein v. Richterbach“ , Cäsar Malmannsheide“ (weiche Ohren, Temperament, Zahnfehler), „ Bodo Tannenbruch“,“ Ajax v. Haus Dexel“ VA 62 und 64, Sieger 63, „Titus Eschenzweig“ VA 73 und über „Greif vom Elfenhain“ VA 60, „Veus v. Fiemereck“ VA 68 und Frei v.d. Gugge“ VA 69/70. Eine für unsere Zucht sehr wertvolle Linie, wenn man Inzuchthäufungen und deren Folgen berücksichtigt.

 

Rolf v. Osnabrücker LandBlutlinie V

Rolf v. Osnabrücker Land: VA 1949 aus „Lex Preußenblut“. Diese Linie war wohl in der Hochzucht die wertvollste und hat uns gutes Rüdengepräge und gute Knochenkraft und sehr gute Gebäudeanlagen gebracht. Dieser R-Wurf brachte über „Racker v. Osnabrücker Land“, „Raps v. Piastendamm“, „Dago Schloß Dahlhausen“, Hunde, die in der Nachzucht mehr Rüdengepräge bringen sollten.
Über „Rolf Osnabrücker Land“ aber wurde unsere Zucht bis zum heutigen Tage bestens beeinflusst, wobei auch überhäufte Inzucht Beachtung finden muss. Über „Vello z.d. Sieben Faulen“ (Größe, Pigment) zu „Bernd Lierberg“ VA 67, „Bodo Lierberg“ VA 66, zu „Hard v. Sprühturm“ VA 70/71 und besonders über „Jalk Fohlenbrunnen“ VA 61 bis 63 zu „Sam v. d. Wienerau“ VA 66 und „Lido v.d. Wienerau“ finden wir über „Hein Königsbruch“, „Canto v.d. Wienerau“, in „Canto v. Arminius“ VA 74 und „Datscha vom Patersweg“ eine gute Erfolgslinie.
Ferner hat uns „Rolf“ über „Condor v. Hohenstamm“ . Sieger 58, VA 59, zu „Mutz Kückstraße“, Sieger 62, VA 60 u.61 und „Condor v. Zollgrenzschutzhaus“ VA 65/66 und „Quanto v.d. Wienerau“ VA 69 bis 72, „Reza v.d. Wienerau“ VA 72 „Dick Adeloga“ Sieger 73, VA74 und „Gundo v. Klosterbogen“ VA 73/74 eine Vielzahl bedeutender Auslesehunde gebracht. Außerdem wurde über „Zibu v. Haus Schütting“ VA 61 bis 63 (Enkel von Rolf), „Dido von der Werther Königsallee“ Sieger 68 (Pigment u.Wesen), „Quax v. Haus Beck“ VA 67/68, „Quido v. Haus Schütting“ VA 66, „Jack v. Bimöhlen“ VA 64 (Größe) und „Gundo Stettener Schlößli“ VA 74,
eine ebenfalls sehr bedeutende Linie geschaffen.

 

Der Standard des Deutschen Schäferhundes wurde nach den amtlichen Festsetzungen des Vereins für Deutsche Schäferhunde (SV) e.V., Sitz Augsburg, im Verband für das Deutsche Hundewesen (VDH), der als Gründerverein der Rasse für den Rassestandard des Deutschen Schäferhundes verantwortlich zeichnet, aufgestellt in der ersten Mitgliederversammlung zu Frankfurt/M. am 20.09.1899, nach den Vorschlägen von A. Meyer und von Stephanitz, nebst den Ergänzungen der 6. Mitgliederversammlung am 28.07.1901, der 23. Mitgliederversammlung zu Köln/Rh. am 17.09.1909, der Vorstands- und Beiratssitzung zu Wiesbaden am 05.09.1930 und Zuchtausschuss- und Vorstandssitzung am 25.03.1961, im Rahmen der Weltunion der Vereine für Deutsche Schäferhunde (WUSV), überarbeitet und bei der WUSV-Tagung am 30.08.1976 beschlossen, überarbeitet und katalogisiert mit Ermächtigungsbeschluss durch den Vorstand und Beirat vom 23./24.03.1991.

Allgemeines Erscheinungsbild

Der Deutsche Schäferhund ist mittelgroß, leicht gestreckt, kräftig und gut bemuskelt, die Knochen trocken und das Gesamtgefüge fest.

Wichtige Maßverhältnisse

Die Widerristhöhe beträgt für Rüden 60 cm bis 65 cm, bei Hündinnen 55 cm bis 60 cm. Die Rumpflänge übertrifft das Maß der Widerristhöhe um etwa 10 - 17%


Wesen

Der Deutsche Schäferhund muss vom Wesensbild her ausgeglichen, nervenfest, selbstsicher, absolut unbefangen und (außerhalb einer Reizlage) gutartig sein, dazu aufmerksam und führig. Er muss Mut, Kampftrieb und Härte besitzen, um als Begleit-, Wach-, Schutz-, Dienst- und Hütehund geeignet zu sein.

Kopf

Der Kopf ist keilförmig, der Körpergröße entsprechend (Länge etwa 40% der Widerristhöhe), ohne plump oder überstreckt zu sein, in der Erscheinung trocken, zwischen den Ohren mäßig breit. Die Stirn ist von vorn und von der Seite gesehen nur wenig gewölbt und ohne oder mit nur schwach angedeuteter Mittelfurche. 
Das Verhältnis vom Oberkopf zum Gesichtsteil beträgt 50% zu 50%. Die Oberkopfbreite entspricht in etwa der Oberkopflänge. Der Oberkopf geht (von oben gesehen) von den Ohren zur Nasenkuppe sich gleich mäßig verjüngend mit schräg verlaufendem, nicht scharf ausgebildetem Stirnabsatz in den keilförmig verlaufenden Gesichtsteil (Fangteil) des Kopfes über. Ober- und Unterkiefer sind kräftig ausgebildet. 
Der Nasenrücken gerade, eine Einsattelung oder Aufwölbung ist nicht erwünscht. Die Lippen sind straff, gut schließend und von dunkler Färbung.

Nase: muss schwarz sein


Gebiss: muss kräftig, gesund und vollständig sein (42 Zähne gemäß der Zahnformel). Der Deutsche Schäferhund hat ein Scherengebiss, d.h. die Schneidezähne müssen scherenartig ineinander greifen, wobei die Schneidezähne des Oberkiefers scherenartig die des Unterkiefers überschneiden. Auf-, Vor- und Rückbiss sind fehlerhaft, ebenso größere Zwischenräume zwischen den Zähnen (lückenhafte Stellung). Fehlerhaft ist ebenso die gerade Zahnleiste der Schneidezähne. Die Kieferknochen müssen kräftig entwickelt sein, damit die Zähne tief in die Zahnleiste eingebettet sein können.


Augen: sind mittelgroß, mandelförmig, etwas schräg liegend und nicht hervortretend. Die Farbe der Augen soll möglichst dunkel sein. Helle, stechende Augen sind nicht erwünscht, da sie den Ausdruck des Hundes beeinträchtigen.


Ohren: Der Deutsche Schäferhund hat Stehohren von mittlerer Größe, die aufrecht und gleichgerichtet getragen werden (nicht seitwärts eingezogen), sie sind spitz auslaufend und mit der Muschel nach vorn gestellt. Kippohren und Hängeohren sind fehlerhaft. In der Bewegung bzw. Ruhestellung nach hinten angelegt getragene Ohren sind nicht fehlerhaft.

 

Hals

Der Hals soll kräftig, gut bemuskelt und ohne lose Kehlhaut (Wamme) sein. Die Zuwinkelung zum Rumpf (Horizontale) beträgt ca. 45%.

Körper

Die Oberlinie verläuft vom Halsansatz an über den gut ausgebildeten Widerrist und über den zur Horizontalen ganz leicht abfallenden Rücken bis zur leicht abfallenden Kruppe ohne sichtbare Unterbrechung. Der Rücken ist fest, kräftig und gut bemuskelt. Die Lende ist breit, kräftig ausgebildet und gut bemuskelt. Die Kruppe soll lang und leicht abfallend (ca. 23° zur Horizontalen) sein und ohne Unterbrechung der Oberlinie in den Rutenansatz übergehen.
Brust: soll mäßig breit sein, die Unterbrust möglichst lang und ausgeprägt. Die Brusttiefe soll etwa 45% bis 48% der Widerristhöhe betragen. Die Rippen sollen mäßige Wölbung ausweisen, tonnenförmige Brust ist ebenso fehlerhaft wie Flachrippigkeit.

Rute

Reicht mindestens bis zum Sprunggelenk, jedoch nicht über die Mitte des Hintermittelfußes hinaus. Die ist an der Unterseite etwas länger behaart und wird in sanft herabhängendem Bogen getragen, wobei sie in der Erregung und in der Bewegung stärker angehoben getragen wird, jedoch nicht über die Horizontale hinaus. Operative Korrekturen sind verboten.

Gliedmaßen

Vorderhand: Die Vordergliedmaßen sind von allen Seiten gesehen gerade, von vorn gesehen absolut parallel.
Schulterblatt / Oberschenkel: Schulterblatt und Oberarm sind von gleicher Länge und mittels kräftiger Bemuskelung fest am Rumpf angelagert. Die Winkelung von Schulterblatt und Oberarm beträgt im Idealfall 90°, im Regelfall bis 110°.
Ellenbogen: Die Ellenbogen dürfen weder im Stand noch in der Bewegung ausgedreht werden und ebenso nicht eingedrückt sein.


Unterschenkel: Die Unterarme sind von allen Seiten gesehen gerade und zueinander absolut parallel stehend, trocken und fest bemuskelt. Der Vordermittelfuß hat eine Länge von ca. 1/3 des Unterarmes und hat einen Winkel von ca. 20° bis 22° zu diesem. Sowohl ein zu schräg stehender Vordermittelfuß (mehr als 22°) als auch ein steil stehender Vordermittelfuß (weniger als 20°) beeinträchtigen die Gebrauchseignung, insbesondere die Ausdauerfähigkeit.


Hinterhand: Die Stellung der Hinterläufe ist leicht rückständig, wobei die Hintergliedmaßen von hinten gesehen parallel zueinander stehen, Oberschenkel und Unterschenkel sind von annähernd gleicher Länge und bilden einen Winkel von ca. 120°, die Keulen sind kräftig und gut bemuskelt. Die Sprunggelenke sind kräftig ausgebildet und fest, der Hintermittelfuß steht senkrecht unter dem Sprunggelenk.


Pfoten: sind rundlich, gut geschlossen und gewölbt, die Sohlen hart, aber nicht spröde. Die Nägel sind kräftig und von dunkler Farbe.

Gangwerk

Der Deutsche Schäferhund ist ein Traber, die Gliedmaßen müssen in Länge und Winkelungen so aufeinander abgestimmt sein, dass er ohne wesentliche Veränderung der Rückenlinie die Hinterhand bis zum Rumpf hin verschieben und mit der Vorhand genauso weit ausgreifen kann. Jede Neigung zur Überwinkelung der Hinterhand mindert die Festigkeit und die Ausdauer und damit die Gebrauchstüchtigkeit. Bei korrekten Gebäudeverhältnissen und Winkelungen ergibt sich ein raumgreifendes, flach über den Boden gehendes Gangwerk, das den Eindruck müheloser Vorwärtsbewegungen vermittelt. Bei einem nach vorn geschobenen Kopf und leicht angehobener Rute ergibt sich bei einem gleichmäßigen und ruhigen Trab eine von den Ohrenspitzen über den Nacken und Rücken bis zum Rutenende verlaufende weichgeschwungene und nicht unterbrochene Rückenlinie.


Haut

Die Haut ist (lose) anliegend, ohne jedoch Falten zu bilden.

Haarkleid

Haar: Die korrekte Behaarung für den Deutschen Schäferhund ist das Stockhaar mit Unterwolle. Das Deckhaar soll möglichst dicht, gerade harsch und fest anliegend sein. Am Kopf einschließlich des Ohrinnern, an der Vorderseite der Läufe, an Pfoten und Zehen kurz, am Hals etwas länger und stärker behaart. An der Rückseite der Läufe verlängert sich das Haar bis zum Vorderwurzelgelenk bzw. bis zum Sprunggelenk, an der Rückseite der Keulen bildet es mäßige Hosen.


Farbe: Schwarz mit rotbraunen, braunen, gelben bis hellgrauen Abzeichen, schwarz einfarbig, grau mit dunklerer Wolkung, schwarzem Sattel und Maske. Unauffällige, kleine weiße Brustabzeichen sowie helle Innenseiten sind zugelassen, aber nicht erwünscht. Die Nasenkuppe muss bei allen Farbschlägen schwarz sein. Fehlende Maske, helle bis stechende Augenfarbe sowie helle bis weißliche Abzeichen an Brust und Innenseiten, helle Krallen und rote Rutenspitze sind als Pigmentschwäche zu bewerten. Die Unterwolle zeigt einen leichten Grauton. Die Farbe weiß ist nicht zugelassen.

 

Größe

Widerristhöhe Für Rüden: 60 cm bis 65 cm.
Widerristhöhe für Hündinnen: 55 cm bis 60 cm.

Gewicht

Für Rüden: 30 kg bis 42 kg.
Für Hündinnen: 22 kg bis 34 kg.

Hoden

Rüden sollten zwei offensichtlich normal entwickelt Hoden aufweisen, die sich vollständig im Skrotum befinden.

Fehler

Jede Abweichung von den vorgenannten Punkten sollte als Fehler angesehen werden, dessen Bewertung im genauen Verhältnis zum Grad der Abweichung stehen sollte.

Schwere Fehler 

Abweichungen von den vorstehend beschriebenen Rassekennzeichen, die die Gebrauchsfähigkeit beeinträchigen. Ohrenfehler: Seitlich zu tief angesetzte Ohren, Kippohren, Schildspannerstellung der Ohren, nicht gefestigte Ohren. Erhebliche Pigmentmängel. Stark beeinträchtigte Gesamtfestigkeit.

Zahnfehler

Alle Abweichungen vom Scherengebiss und der Zahnformen.

Ausschließende Fehler

  • Wesensschwache, bissige und nervenschwache
  • Hunde.Hunde mit nachgewiesener "schwerer HD".
  • Monorchiden und Kryptorchiden sowie Hunde mit deutlich ungleichen bzw. verkümmerten Hoden.
  • Hunde mit entstellenden Ohren- bzw. Rutenfehler. Hunde mit Missbildungen.
  • Hunde mit Zahnfehlern bei Fehlen von: 1 mal Prämolar 3 und ein weiterer Zahn oder 1 Fangzahn oder 1 Prämolar 4 oder 1 Molar 1 bzw. Molar 2 oder insgesamt 3 Zähne und mehr.
  • Hunde mit Kiefermängeln: Rückbiss von 2 mm und mehr, Vorbiss, Aufbeißen im gesamten Schneidezahnbereich.
  • Hunde mit Über- bzw. Untergröße von mehr als 1 cm.
  • Die Haarfarbe weiß (auch bei dunklen Augen und Nägeln)
  • Hunde mit langem Fell ohne Unterwolle

Hüten Sie sich vor Schnäppchen!

Unseriöse Züchter werden versuchen, potentielle Käufer notfalls mit einem "günstigen" Angebot zu locken. Zeitgenossen, die alle Vorsicht fahren lassen, wenn die Aussicht besteht, ein vermeintlich gutes Geschäft zu machen, sind besonders gefährdet einem der schwarzen Schafe der Branche zu 

Faktoren die eine gute Zucht kennzeichnen:

  • Der Zuchtbetrieb ist auf eine Rasse spezialisiert und gehört einem vom VDH anerkannten Rassehundeverein an.
  • Die Zucht ist so klein, daß die Hunde ständigen Familienanschluß haben.
  • Den Hunden steht ausreichender Platz in Haus und Garten zur Verfügung.
  • Wurfkiste, Hunde und das ganze Gelände sind pieksauber und geruchsfrei.
  • Die Mutter der Welpen ist anwesend, vom Deckrüden liegt ein aussagekräftiges Foto mit Namen und Adresse des Besitzers vor.
  • Die Welpen sind lebhaft, neugierig und zutraulich, die Mutter reagiert auf Ihren Besuch weder gereizt noch aggressiv.
  • Mutter und Welpen zeigen gegenüber der Person des Züchters unerschütterliches Vertrauen und deutlich erkennbare Zuneigung.
  • Der Züchter hat die Befunde der HD - Untersuchungen beider Zuchttiere in Form eines veterinärmedizinischen Gutachtens vorliegen. Auf Röntgenbildern muß die Tätowiernummer des Hundes eindeutig zu erkennen sein.
  • Alle Unterlagen über die Zuchttiere und die Welpen liegen vor. (Ahnentafeln der Eltern, Urkunden über eventuelle Auszeichnungen und Leistungsprüfungen sofern nicht in der Ahnentafel eingetragen, Kopie des Deckscheines, Kopie der Wurfabnahme, Impfbücher der Welpen, etc.)
  • Der Züchter nimmt sich Zeit, Ihre Fragen zu beantworten, und verzichtet dabei sowohl auf Fachchinesisch wie auch darauf, seine Hunde über den grünen Klee zu loben.
  • Der Züchter macht keinen Versuch, dem Interessenten einen Hund aufschwatzen zu wollen und unterläßt Preisvergleiche mit der Konkurrenz.
  • Der Züchter bleibt auch dann freundlich und gesprächsbereit, wenn Sie durchblicken lassen, daß Sie heute auf keinen Fall einen Hund mitnehmen werden und eventuell bis zum nächsten Wurf abwarten wollen.
  • Der Züchter erkundigt sich nach den zukünftigen Haltungsbedingungen für seinen Hund.
  • Die Welpen machen einen lebhaften und gesunden Gesamteindruck und sind bereits sowohl tätowiert wie auch mit einem Mikrochip versehen.
  • Der Züchter nennt auf Ihre Frage einen angemessenen Preis für seine Welpen ohne wenn und aber.
  • Die Welpen reagieren weder auf laute Geräusche noch auf schnelle Bewegungen schreckhaft. Spielen Sie eine Weile mit den Welpen, um ihre Reaktionen zu testen.

Faktoren die auf fragwürdige Umstände hinweisen:

  • Der Zwinger bietet verschiedene Rassen an. Desto mehr, desto schlimmer!
  • Der Zuchtbetrieb gleicht einer Hundefabrik oder ist Grundlage einer Vollexistenz. Die Welpen wachsen ohne ständigen Kontakt zu Menschen auf.
  • Die Hunde sind in engen Boxen zusammengepfercht, oder es gibt andere Hinweise darauf, daß die Hunde nicht artgerecht gehalten werden.
  • Mutter oder Welpen zeigen Angst, Abneigung oder mangelnde Vertrautheit gegenüber der Person des Züchters.
  • Der Verkaufsort ist nicht gleichzeitig auch die Zuchtstätte oder der Verkäufer verwehrt Ihnen unter Vorwänden die Besichtigung der Wurfkiste.
  • Die Welpen haben stumpfes oder verklebtes Fell, trübe Äuglein, schmutzige Ohren oder kratzen sich auffällig oft.
  • Der Züchter gibt sich sehr beschäftigt oder spricht lieber von seinen günstigen Preisen als von den Hunden.
  • Der Züchter bietet Ihnen einen Welpen zum halben Preis, dafür aber ohne Papiere an oder er versucht zu beweisen, daß ein Hund dieser Rasse nicht billiger zu bekommen ist.
  • Der Züchter weicht Ihren Fragen aus oder flüchtet sich in Ausreden, wenn geforderte Unterlagen nicht zur Hand sind.
  • Dem Züchter mangelt es offensichtlich an Basiswissen und er versucht wortreich von seinen Defiziten abzulenken.
  • Der Züchter sichert zu, seine Hunde hätten keinesfalls HD, oder es gibt keine Unterlagen aus denen der HD - Status der Elterntiere zweifelsfrei hervorgeht.
  • Die Welpen reagieren auf Ihr Erscheinen schreckhaft, ziehen sich langsam zurück, sind phlegmatisch oder wollen nicht spielen.
  • Das Muttertier ist nicht anwesend, reagiert abweisend, aggressiv oder zeigt deutliche Anzeichen "züchterischer" Überbeanspruchung.
  • Die "Zuchtstätte" befindet sich in einer Mietwohnung.
  • Die Welpen sind in der achten Lebenswoche noch nicht geimpft, entwurmt, tätowiert und mit einem Mikrochip versehen.
  • Die Tätowierungen der Welpen sehen nicht bei allen Wurfgeschwistern gleich aus.
  • Der Impfpaß ist von einem Tierarzt ausgestellt, der seine Praxis nicht in der Nähe des Zuchtbetriebes hat.
  • Im Impfpaß fehlen Daten oder die Etiketten des Impfstoffes sind nicht eingeklebt. Verschiedene Handschriften und verschmierte Stempel deuten auf Fälschungen hin!
  • Die Zuchtunterlagen zeigen für eines der Elternteile nur eine Bewertung von "Gut" oder "Genügend".
  • Der Züchter lobt seine Hunde ausgiebig und verweist auf Erfolge bei Zuchtschauen, ohne entsprechende Unterlagen vorweisen zu können.
  • Der Züchter läßt erkennen, daß der Welpe möglichst schnell verkauft werden soll oder muß.
  • Der Züchter bietet an, den gewünschten Hund kurzfristig "zu besorgen".
  • Der Züchter reagiert auf Ihre bohrenden Fragen aggressiv oder abweisend. Nur wer etwas zu verbergen hat, wird kein Verständnis für das Interesse eines Hundekäufers aufbringen.
  • Der Züchter ernährt seine Welpen mit Billigfutter anstatt mit einem, dem Alter der Welpen angepaßten, hochwertigen Aufzuchtfutter.

Wird von einer Zuchtstätte auch nur eines der negativen Kriterien erfüllt, rate ich Ihnen dringlich, die Verhältnisse dieser Zucht doppelt und dreifach zu überprüfen und im Zweifelsfall einen anderen Züchter aufzusuchen.

Fragen Sie gegebenenfalls bei dem zuständigen Rassehundeverein nach einer Liste der eingetragenen Züchter. Die schwarzen Schafe der Branche sind den Zuchtvereinen wohlbekannt, und diese Adressen werden üblicherweise nicht an Interessenten weitergegeben.

Die Zuchtvereine unterhalten zumeist eine Welpenvermittlung, bei der Sie Informationen über alle von seriösen Züchtern gemeldeten Würfe erhalten können. Aber selbst dieses Verfahren bietet keine Garantien und eine umfangreiche in Prüfung des Zuchtbetriebes durch den Welpenkäufer ist unerläßlich!

Das Wichtigste zum Schluß.

Lassen Sie Ihren gesunden Menschenverstand walten!
Wer dreißig, vierzig oder gar fünfzig Welpen auf seinen Webseiten anbietet, ist niemals ein Züchter mit "edlen" Motiven sondern beweist, daß er gnadenlos am Bedarf vorbei züchtet und auf die Tiere keine Rücksicht nimmt.

Wo bleiben wohl die Hunde, die keinen Käufer finden?

 

 

 

 

  • Zuletzt Aktuallisiert am Dienstag 08 Mai 2018, 14:03:02.